Fortuna in Freiburg – über den Sonntagsfluch und den Wunsch, eine graue Maus zu sein

Wohlwissend, dass wir in den Karnevalstagen nicht ganz so viele Leser wie sonst erreichen, gibt es zum Spiel in Freiburg natürlich trotzdem wieder einen Vorbericht. Durch den verdienten 3:1-Heimsieg gegen Stuttgart hat Fortuna die ersten Rückrundenpunkte gesammelt und zugleich erstmals in diesem Kalenderjahr 90 überzeugende Minuten hingelegt. Gegen den SC Freiburg soll nun natürlich nachgelegt werden, mindestens ein Punkt. Doch die Reise in den Breisgau dürfte für die Spieler alles andere als eine lustige Karnevalstour werden, denn unter Christian Streich hat sich der Sport-Club zu einem soliden Bundesligisten entwickelt, der nach 28 Punkten aus 19 Spielen vermutlich schon sehr bald mit den Planungen für eine weitere Bundesligasaison beginnen kann.

Zu Anfang wagen wir einen kurzen Schulterblick in die Vergangenheit, als Harry Decheiver noch ein Knipser war, die Bundesliga noch auf Sat1 lief und deutsche Stadien kein Sicherheitsproblem hatten *hust*. In der Saison 95/96 trennten sich der SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf 1:1, ein Ergebnis mit dem wir uns für Sonntag gut anfreunden könnten.

Bundesliga.de betitelt seinen Vorbericht zum Spiel mit der Überschrift “Sonntag punktet Fortuna nicht”. Was wie eine dreist formulierte Prognose klingt, ist aber lediglich der Hinweis darauf, dass Fortuna aus den Sonntagsspielen in dieser Saison noch nichts Zählbares mitnehmen konnte. Am 18. Spieltag gab es zuhause ein 2:3 gegen den FC Augsburg, am 12. Spieltag ein 1:2 bei Werder Bremen und am 10. Spieltag ein 2:3 bei Bayer Leverkusen. Dem entgegen steht aber die Tatsache, dass der SC Freiburg bisher lediglich zwei Punkte aus drei Rückrundenspielen holen konnte und gegen Fortuna in der Bundesliga noch nie gewann. Aber was sagen einem all diese Statistiken eigentlich hinsichtlich des bevorstehend Spiels? Gar nichts, oder zumindest nicht viel. Deshalb genug über die Schulter geschaut, höchste Zeit, sich mit dem SC Freiburg 2013 zu beschäftigen. Was erwartet Fortuna am Karnevalssonntag?

Nachdem Christian Streich im November 2011 das Traineramt von Marcus Sorg übernahm, legte er sich sofort auf ein klassiches 4-4-2 System fest und setzte dieses in der Folge konsequent durch. Auch anfängliche Rückschläge brachten ihn nicht dazu, davon abzuweichen. Im Gegensatz zu Marcus Sorg, der in seiner kurzen Amtszeit häufig zwischen 4-4-2, 4-5-1 und 4-3-3 wechselte. Streich verfügt nunmehr über eine extrem eingespielte Stammelf und ändert diese eigentlich nur dann, wenn Sperren oder Verletzungen ihn dazu zwingen. Neben Vertrauen und Kontinuität setzt man in Freiburg vor allem auf ein aggressives Angriffspressing. Der Gegner wird dabei bereits sehr früh in der eigenen Hälfte gestört. Ballgeschiebe in der gegnerischen Abwehrreihe unterbindet die Freiburger Offensive durch frühes Angreifen. Dieses taktische Mittel, gepaart mit einer stabilen Defensive (Freiburg kassierte bisher nur 20 Gegentore – Bestwert hinter dem FC Bayern), macht das Team von Christian Streich zu einem extrem unangenehm zu spielenden Gegner.

Auch Fortuna dürfte mit dieser Spielweise ihre Schwierigkeiten haben. Gerade Mr. Zuverlässig, Johannes van den Bergh, hat in den vergangenen Spielen geschwächelt. Leon Balogun zeigt bisher zwar überwiegend, aber nicht konstant gute Leistungen. Und auch die Innenverteidigung könnte, nach dem Nasenbeinbruch von Martin Latka, erneut umgestellt werden. Auch wenn Latka bereits am Mittwoch wieder trainierte, wird er, wenn überhaupt, mit einer Schutzmaske auflaufen. Möglich, dass Meier aus Vorsichtsgründen auf ihn verzichtet und den wieder einsatzbereiten Jens Langeneke stattdessen aufstellt. Doch egal wie die Viererkette letztlich aussieht, die oberste Priorität muss es sein, lieber mal auf Verdacht lang in die Spitze zu spielen, anstatt durch gefährliche Kurzpässe in Schönheit zu sterben. Das Tor zum 0:2 gegen Borussia Mönchengladbach war ein Paradebeispiel dafür, wie die Verteidiger in brenzligen Situationen nicht agieren sollten.

Das defensive Mittelfeld werden vermutlich erneut Robert Tesche und Adam Bodzek bilden. Allen Skeptikern zum Trotze überzeugte Tesche bisher in jedem seiner drei Auftritte und nur der Pfosten brachte ihn gegen Stuttgart um sein erstes Tor für die Fortuna. Bodzek hat sich mit seiner Kompromisslosigkeit und Flexibilität längst unverzichtbar gemacht. Kapitän Andreas Lambertz meldete sich gegen Stuttgart mit seiner bisher besten Bundesligaleistung eindrucksvoll zurück. Offensiv gibt es demnach keinen Anlass, irgendetwas zu verändern. Wir rechnen mit folgender Aufstellung gegen den Sportclub:

SCF-F95

Freiburg geht also am Sonntag als leichter Favorit in die Partie, doch es wird spannend sein zu sehen, wie sich das Spiel entwickelt. Es treffen zwei Teams aufeinander, die beide von der Spielanlage her nicht unbedingt in der Lage sind, das Spiel selbst zu machen, die vor allem durch ein schnelles Umschaltspiel Chancen kreieren. Die überwiegende, spielerische Armut wurde auch beim Aufeinandertreffen in der Hinrunde deutlich. Dem Freiburger Angriffspressing muss Fortuna mit viel Bewegung abseits des Balls und höchster Konzentration im Spielaufbau entgegenhalten. Ein Punkt in Freiburg könnte die Fortunabrust vor dem Sechs-Punkte-Spiel gegen Fürth noch mal etwas breiter machen. Nach diesen beiden Spielen werden wir wissen, wohin der Trend für den Rest der Rückrunde geht. Tabellenregion “graue Maus” oder Abstiegskampf? Selten haben wir uns so sehr gewünscht, die graue Maus zu sein.

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